SHOW REVIEW

25 Jahre solo und zurück zum Bass...

Mit einer neu formierten Band ist der britische Musiker Sting jetzt vor 3,200 Besuchern im ausverkauften Beethovensaal der Liederhalle aufgetreten. Zu den langjährigen Begleitern Vinnie Colaiuta am Schlagzeug und Dominic Miller an der Gitarre sind nun dessen Sohn Rufus Miller an der zweiten Gitarre sowie Peter Tickell an der Geige und geigenspielende Sängerin Jo Lawry gekommen. Die Neuen treten anfangs kaum in Erscheinung, doch dann tragen Tickell und Lawry besonders mit Soloeinlagen deutlich zu dick auf.

Die Hauptperson aber feiert etwas verspätet 25jähriges Bühnenjubiläum, und zwar als Solokünstler. Davor liegt noch eine Karriere als Sänger und Bassist der Band Police, deren Hit 'Message In A Bottle' er solo mit dem Fuß auf einem Schemelchen und den Händen an der Akustikgitarre auf eine Weise zelebriert, die so manchem spanisch vorkommen mag. Er hat viele seiner eher unbekannten Titel gespielt, obwohl er mit mehr seiner Hits größere Begeisterung hätte hervorrufen können. 'Hung My Head' ist da zu hören, 'Stolen Car', 'Ghost Story' 'Fortress' und 'End Of The Game', aber kein 'Englishman in New York' oder 'Roxanne'.

Seine unverkennbare Stimme hat prächtig funktioniert, in der Band konnten vor allem Dominic Miller und Vinnie Colaiuta glänzen, das Klangbild war wieder einmal gediegen und mit edlen Einfällen gespickt. Der Mann scheint auch körperlich gut drauf zu sein und kann noch als Senior überall mithalten. Er spielt den Bass wie immer kompetent und er singt gleichzeitig völlig unabhängig dazu: Super Handwerk. Sting war da. Aber etwas hat gefehlt.

(c) Stuttgarter Zeitung by Ulrich Bauer

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