SHOW REVIEW

Sting begeistert Mainzer Publikum beim Konzert "Back to Bass"...

Beim ersten Song 'If I Ever Lose My Faith' hatte man als Zuschauer und Zuhörer unweigerlich dem Eindruck, dass ein Gehörloser am Mischpult sitzt. Der Sound stimmte gar nicht, eher ein Klangbrei. Die Backgroundsängerin war zu hören, Sting aber kaum. Bereits beim zweiten Stück 'Every Little Thing She Does Is Magic' merkte man deutlich, in der Technik wird wohl intensiv am Sound gearbeitet.

Ab 'Englishman In New York' stimmte dann der Sound und der 61-Jährige bot dem Mainzer Publikum ein tolles und eindrucksvolles Konzert - das einzige in Deutschland. Auch das Wetter spielte mit, es war warm, sonnig und es wehte ein leichter Wind an der Nordmole im Zollhafen.

Sting, mit bürgerlichem Namen Gordon Matthew Thomas Sumner, trat in schlichtem Outfit auf die Bühne. Schwarze Hose und weißes T-Shirt, die Haare ganz kurz geschoren. Er spielte vor allem eine recht alte und abgegriffen wirkende aber wohlklingende Bassgitarre - seine Musikerkarriere begann der studierte Englischlehrer als Bassist in diversen Jazz-Bands.

Aus dieser Anfangszeit stammt auch sein Künstlername. Als er einmal in einem gelb-schwarz gestreiften Pullover auftrat, rief einer seiner Bandkollegen: "Gordon’s got a sting!" (Gordon hat einen Stachel). Sting ist der englische Begriff für Stachel oder Wespenstachel und der gelb-schwarz gestreiften Pullover war wohl einer Wespe nicht unähnlich.

Begleitet wurde Sting vom Gitarristen Dominic Miller, der schon sehr lange mit ihm musiziert und auf der Bühne steht. Am Schlagzeug saß Vinnie Colaiuta und am Keyboard David Sancious. Geiger Peter Tickell und Vokalistin Jo Lawry komplettierten die Band. Auf früheren Konzerten trat Sting auch gerne mal mit ganzen Orchester-Ensembles oder zumindest einer größeren Band auf, aber die "Back to Bass-Tour" sollte den Fokus wieder mehr auf die musikalischen Ursprünge von Sting lenken, was auch sehr gut gelang.

Sting und die fünf Musiker boten einen perfekten Mix aus alten und neuen Stücken sowohl von Sting als auch von The Police, der Band, mit der Sting der erste Durchbruch gelang. Oft schmückten Sting und die Instrumentalisten auf der Bühne die Stücke mit Solis und Variationen aus, was das Publikum begeisterte. So dauerte ein Solo-Duell zwischen Sting, dem Keyboarder Sancious und dann dem Geiger Tickell fast 10 Minuten.

Der 61-Jähige Brite hatte sichtbar Spaß am Spielen und bewies, wie variantenreich er seine Bariton-Stimme erklingen und verzaubern lassen kann. Magische Momente erzeugten seine bekanntesten Stücke wie 'Desert Rose', der Police-Hit 'Every Breath You Take' oder 'Fields Of Gold'. Von seinem Mainzer Publikum verabschiedete er sich kurz nach 22 Uhr, indem er bei der dritten Zugabenrunde ganz alleine auf der Bühne mit der Gitarre sehr einfühlsam den Song 'Fragile' darbot.

(c) Wir-in-Rheinhessen by Andreas Lerg

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