Orchestraler Wohlstandsbauch...
November 05, 2010 

Sting füllt mit seinem Symphonicity-Projekt die Wiener Stadthalle.

Opulente Arrangements vermögen einem guten Song - sofern inspiriert auf den Charakter der Miniatur eingegangen wird - den letzten atmosphärischen Schliff zu verleihen. Im ungünstigen Fall allerdings finden sich die Liedchen zur höchsten Stufe ihrerer Harmlosigkeit emporarrangiert und landen auf dem Friedhof des Symphonic-Pop. Insofern ist es gar nicht so unpassend, dass Sting in der gut gefüllten Stadthalle schwarz trägt.

Ziemlich schnell wird klar: Er bereitet seinen vielfach hochkarätigen Melodien mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra unter einem wild fuchtelnden Steven Mercurio gleichsam ein akklamiertes Begräbnis erster Klasse. Man hat natürlich anderes erhofft. In den letzten Jahren hat sich der Brite ein bisschen der Alten Musik zugewandt, hat sich dabei als Interpret von John Dowland (Lautenist und Songgenie des elisabethanisches Zeitalters) einigermaßen charmant präsentiert.

Das aktuelle Projekt "Symphonicity" jedoch hat es in sich. Der orchestrale Wohlstandsbauch, den die Songs zugelegt haben, ist von einer Trivialität, die Sting zu einem Sänger macht, der nun in den Geschäftsbereich des Zuckergeigers André Rieu eindringen will. Ob nun 'Roxanne', 'Russians' oder 'If I Ever Lose My Faith in You' - alles wird durch den Fleischwolf des Banalen gedreht. Da kann Sting noch so souverän singen.

Und: Im Gegensatz zur CD ist das Orchester, das bestimmt an Unterforderung litt, live mitunter gar nicht zu hören oder nur als breiige Soundmasse neben einer kleinen Rockband. War ein seltsamer Beitrag zur Musik-Bombastologie. Hits klangen wie Vierterl auf einen symphonischen Doppler gespritzt. Und mitten drin ein gespenstisch relaxter Typ, der es besser können/wissen müsste.

© Der Standard by Ljubiša Tošic

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Symphonicity Tour, una serata di meravigliosa accademia...

Show Date: November 02, 2010
Location: Milan, Italy
Venue: Teatro Arcimboldi

Oct 27, 2010

Renaissance Fan Roger Puplett reports from Florence and reminisces about the recent UK shows...

What a month October has been for me. In Newcastle Sting joked with me "haven't you got a home to go to?" I have, and I've even spent the bulk of the time at work, but I have been out of the office with whirlwind trips around the UK and now to see Sting in Florence. This was going to be my grand tour (or was that 2007-8?) where I turn into Renaissance man, and learn all those "things they would not teach me of in college?" Time to soak up culture on a scale of unbelievable beauty, awe inspiring artwork and a glass or two of Chianti. Even the odd shower of rain, couldn't dampen my spirits. Did I mention Pizza? I am reliably informed that some fans were lucky enough to see Sting having a quick Pizza opposite the Teatro, before the sound check, whilst I was still admiring Renaissance artwork.